„Das ist Hollywoods Pracht!“

„Das ist Hollywoods Pracht!“

Ein Regiestuhl steht einsam im blauen Licht, im Hintergrund sind ein Kamerakran, Scheinwerfer und andere Filmutensilien zu sehen: Bei „Paramour“, dem ersten Musical vom Cirque du Soleil, das am Sonntag Europa-Premiere in der Neuen Flora feierte, dürfen die Besucher schon vor der Show auf die offene Bühne sehen – mitten in ein verlassenes Filmstudio.

Doch das füllt sich schnell mit Leben, denn der ehemalige Regisseur AJ (fantastisch verkörpert von Pasquale Aleardi!) nimmt das Publikum mit auf eine Reise in die Vergangenheit, in den Glamour der goldenen Ära Hollywoods, als er als „Wunschtraumlieferant“ wahre Filmspektakel inszenierte. Plötzlich scheint die Bühne vor Lebensfreude und Licht zu explodieren: Dutzende Darsteller tanzen und turnen in glitzernden Kostümen, singen von „Hollywoods Pracht“, während im Hintergrund Artisten mit Salti und anderen waghalsigen Sprüngen durch die Luft wirbeln.

Die Zuschauer wissen gar nicht, wohin sie schauen sollen, so viele verschiedene Kunststücke zeigen die Akrobaten im Sekundentakt. Gesang, Tanz und Akrobatik verschmelzen bei „Paramour“ zu einem einzigartigen, magischen Spektakel. Die Kunststücke sind Teil der Geschichte um die ehrgeizige Nachwuchsschauspielerin Indigo (Vajèn van den Bosch, die etwas zu kühl in ihrer Rolle wirkt), ihren exzentrischen Entdecker und Förderer AJ und dem Pianisten Joey (leidenschaftlich gespielt von Anton Zetterholm), die sich beide in Indigo verlieben.

Die Dramatik dieser Dreieckskonstellation bringen drei Artisten ergreifend am Trapez zum Ausdruck – zu einem leidenschaftlichen Tango, den die Hauptdarsteller im Terzett singen. Einer der Höhepunkte ist, als die Atherton-Zwillinge anmutig an Strapaten über den Köpfen des Publikums fliegen. Doch es folgt Höhepunkt auf Höhepunkt: Etwa wenn die Akrobaten an chinesischen Masten einen gruseligen Albtraum turnen, wenn sie in einer Saloon-Szene am Set von „Calamity Jane“ irrwitzige Sprünge auf dem Schleuderbrett wagen oder eine wilde Verfolgungsjagd über die Dächer New Yorks mit halsbrecherischen Sprüngen auf Trampolinen zeigen.

Foto: R. Termine

 

Dass es bei diesen vielen Kunststücken auch mal Patzer gibt, bremst das Publikum nicht in seiner Begeisterung. Im Gegenteil: Mit Applaus und Jubel feuern die Zuschauer die Artisten an. Weil die Show in einem wahnsinnigen Tempo weitergeht, fällt ein Fehltritt kaum auf, macht die Kunststücke umso atemberaubender, weil er zeigt, welch unglaubliche Leistung die Künstler jeden Abend bringen müssen. Am Ende gibt’s völlig zu Recht Standing Ovations. Denn, um es mit AJs Worten zu sagen: „Hollywood macht Unmögliches möglich.“ – Der Cirque du Soleil und Stage Entertainment auch!

Tickets ab 56 Euro

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