Schuld, Versöhnung, Galicien

Schuld, Versöhnung, Galicien

Der Selbstmord einer jungen Frau in den wilden Wellen des Ozeans vor Galicien, eine Schwester, die sich als die Ertrunkene ausgibt und nach Deutschland abhaut, Schuld und Versöhnung – eigentlich hat „Bestimmt schön im Sommer“ alles, was ein gutes Buch mit Tiefgang braucht. Dennoch schafft es Marlene Fleißig, Jahrgang 1992, nicht, ihre losen Ideen und teils stimmungsvollen Schilderungen in eine stringente Handlung zu bringen und zusammenzuführen.

Der flapsige, teils sarkastische Erzählstil der Protagonistin Maria liest sich zwar angenehm, doch wird die Handlung immer wieder von eingestreuten Brüchen gestoppt: Tagebucheinträge, Beobachtungen, Stichworte. Das sind zwar alles schöne Stilmittel, die jedoch verloren wirken. Leider wirken die Charaktere viel zu entfernt und kalt.

Marlene Fleißig: „Bestimmt schön im Sommer“, hanserblau, 192 S., 14 Euro

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