Liebe im Alltagswahnsinn

Liebe im Alltagswahnsinn

Millennials haben es nicht leicht: Selbstverwirklichung, erfüllende Jobs, Freizeit, Familie – alles sollen sie unter einen Hut bekommen und dabei auch noch glücklich sein. Das perfekte Leben eben. Katja ist Anfang 30 und hat nach dem Studium nicht den Absprung zum Start einer Karriere geschafft, sondern arbeitet in einer Teilzeitstelle als Redaktionsassistentin bei einer Gratis-Lokalzeitung.

Die Beziehung mit ihrem Freund Jonas stagniert auch, obwohl dieser den nächsten Schritt gehen möchte – nämlich den, ein eigenes Haus zu kaufen. Auch ihre Eltern drängeln, dass sie endlich mal Enkel verwöhnen wollen. Dieser ganze Druck, die Eintönigkeit und das scheinbar Festgeschriebene stören Katja. Was sie eigentlich will, weiß sie gar nicht. Nur eines weiß sie: Dass sie nicht zur „Langen Nacht der Musterhäuser“ gehen will!

Stattdessen besucht sie eine kuriose Abendveranstaltung, zu der ein lokaler Möchtegern-Künstler eingeladen hat. Außer allerlei seltsame Provinzler trifft sie auch den Erfolgsautor Robert Klotzky, der zwar ebenfalls etwas komisch zu sein scheint, sie aber mit seiner charmanten, manchmal etwas unbeholfenen Art und den treffenden Formulierungen fasziniert. Und Katja dazu bringt, ihr Leben zu überdenken …

Susanne Hasenstab bringt sonst in der Radio-Comedy-Serie „Der ganz normale Wahnsinn“ ihre Zuhörer mit punktgenauen Pointen zum Lachen. Dies gelingt ihr auch in ihrem Roman „Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus“ hervorragend. Ihre Leidenschaft, im Supermarkt aufgeschnappte Gesprächsfetzen in skurrilen Situationen zu Slapstick-Momenten zu verwurschteln, merkt man der Geschichte um Katja an. Und weil es nur ein ganz klein wenig zugespitzt ist, kauft man ihr den alltäglichen Wahnsinn ab.

Susanne Hasenstab: „Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus“, Limes, 416 S., 20 Euro

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