Bunt und abgründig wie das Leben

Bunt und abgründig wie das Leben

Für Kim bricht eine Welt zusammen, als sich ihre Großmutter – ausgerechnet an Kims 26. Geburtstag – töten lässt. Dabei war „Katze“, wie die Dame für Kim heißt, weder krank noch gebrechlich. Aber sie hatte Angst davor, genau das zu werden. Kim wirft das so sehr aus der Bahn, dass sie die rustikale bretonische Insel Groix verlässt, um der dementen, alten Dame Gilonne als Gesellschafterin an der feudalen Côte d’Azur auszuhelfen. Denn die junge Frau will herausfinden, wofür es sich zu leben lohnt – auch und gerade im Alter. Sie legt ein Pro-und-Kontra-Liste an, die sich im Laufe des Romans mit allerlei lebenswerten, aber auch traurigen, schwierigen Dingen füllt. Ganz nebenbei findet sie Abgründiges über die unschuldig wirkende Gilonne und deren angeblichen Sohn heraus. Lorraine Fouchet feiert in ihrem Roman das Leben, ohne zu verheimlichen, dass es auch harte Zeiten und unangenehme, verletzende Seiten hat. Am Ende des Romans verspürt der Leser Lust, Madison zu tanzen, Zikaden singen zu hören und auf Groix den Möwen beim Fliegen zuzusehen.

Lorraine Fouchet: „Die Farben des Lebens“, Atlantik, 320 S., 20 Euro

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