Löffel für Löffel killt sie ihren Mann

Löffel für Löffel killt sie ihren Mann

Nach 39 Jahren Ehe hat Irene endgültig die Nase voll von den fiesen Kommentaren und der Kaltschnäuzigkeit ihres Mannes Horst. Seit Jahrzehnten leben die beiden nebeneinander her – sie lesend, er vor dem Fernseher oder im Audioraum mit perfekt justierter Stereoanlage. Wenn Worte fallen, dann gemeine; wenn etwas geschieht, dann niederträchtig. In „Beim Morden bitte langsam vorgehen“ beschreibt Sara Paborn, was eine ganz normale Frau dazu bringt, ihren Ehemann zu vergiften – mit Bleizucker. Dabei wird eine Bibliotheksangestellte, Typ Mauerblümchen, zur versierten Hobbychemikerin und Giftmischerin. Denn Irene ist sicher: Liebe gibt es nicht, Kompromisse auch nicht. Nur Gewinner und Verlierer. Ehe bedeutet Machtgefälle, bedeutet Krieg. Irene kämpft ihren bis zum Schluss – bis Horst stirbt. Das Thema ist skurril, doch schafft es Paborn, dass ihre Geschichte nicht abstrus klingt. Ganz normal erzählt Irene, was sie tut, warum sie es tut und was sie mit Horst erlebt hat. Das macht es zwar nicht unbedingt verständlich, aber doch aus Irenes Sicht logisch. Faszinierende Lektüre aus Schweden.

Sara Paborn: „Beim Morden bitte langsam vorgehen“, DVA, 272 S., 18 Euro

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