Ein Mord bleibt selten allein

Ein Mord bleibt selten allein

Eine junge Frau wird ermordet, der mutmaßliche Täter, der aus demselben Dorf stammt, freigesprochen. Doch nach dem Freispruch Holger Simonsmeyers ist nichts wie vorher für seine Familie. Offene und unterschwellige Anfeindungen, Attacken auf die Kinder und eine Hetzjagd im Internet. Als ein zweites Mädchen im Wald ermordet wird, schlägt die Stimmung endgültig in blanken Hass um.

So steht die Journalistin Doro Kagel schließlich vor einem Brandruine. Diesmal ist sie nicht nur wegen eines Artikels hier, denn sie hat Bettina Simonsmeyers Hilferuf ignoriert. Als Doro Kagel beginnt nachzuforschen, deckt sie ein Geflecht von Lügen auf. Das gesamte Dorf scheint in die Vorfälle verwickelt zu sein.

Eric Berg gelingt mit „Die Mörderinsel“ ein packender Krimi, der auf dem beschaulichen Usedom spielt. Konträr zur ruhigen Landschaft steht das Chaos, das in dem kleinen Dorf losbricht. Berg schildert eindringlich, wie aus subtilem Misstrauen ein offener Rachefeldzug wird, wie sich Leute gegenseitig hochschaukeln und schließlich Dinge passieren, die keiner mehr einfangen kann. „Die Mörderinsel“ ist nach „Das Nebelhaus“ der zweite Fall für Doro Kagel. Spannend und in positiver Weise verwirrend, weil der Leser bis zuletzt im Dunkeln tappt, wer hinter den Morden und Anschlägen steckt. Ein tolles Buch und ein Muss für Krimifans!

Eric Berg: „Die Mörderinsel“, Limes, 480 S., 15 Euro

 

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