Zu Unrecht verurteilt

Zu Unrecht verurteilt

John Grisham ist eine Instanz, was Krimis und besonders Justizthriller angeht. Seine 32 Romane wurden in 42 Sprachen übersetzte; die Gesamtauflage seines Werks beträgt 275 Millionen Exemplare. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen „Die Jury“, „Die Firma“ und „Das Urteil“. Grisham, der selbst Rechtsanwalt ist, liebt es, mit Finten im Gerichtssaal zu spielen, die Wirren des amerikanischen Rechtssystems zu zeigen und Ungerechtigkeiten aufzudecken.

So geht es auch in seinem neuen 450-Seiten Schinken „Die Wächter“ um einen Justizskandal: Quincy Miller sitzt seit 22 Jahren im Gefängnis, weil er einen Anwalt erschossen haben soll. Doch Cullen Post, der bei einer Hilfsorganisation arbeitet, die sich für zu Unrecht Verurteilte einsetzt, ist überzeugt, dass Miller unschuldig ist. Also fängt der clevere Anwalt und Priester Cullen an zu ermitteln. Je tiefer er und sein Team graben, desto gefährlicher wird ihr Einsatz. Denn sie stoßen auf eine groß angelegte Verschwörung, gekaufte Zeugen und manipulierte Beweise.

John Grisham gelingt es erneut meisterhaft, die Spannung aufrecht zu erhalten. Dabei thematisiert er ganz nebenbei heikle Themen wie die Todesstrafe, unrechtmäßige Inhaftierung, skandalöse Zustände im Gefängnis und ein Justizsystem, das zu selten nach der Wahrheit sucht und furchtbar langsam ist. Die Figuren sind tiefgründig, die Handlung fesselnd. Auch, wenn Grisham manche Details und Beschreibungen oft wiederholt, verringert das zu keiner Zeit die Dramatik. Hervorragend!

John Grisham: „Die Wächter“, Heyne, 448 S., 24 Euro

 

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